Libanon - History repeating?
Hintergrundinfos zur Geschichte des Libanon:
1941
Unabhängigkeitserklärung von Frankreich, ein mündlicher Nationalpakt regelt die Machtverteilung zwischen den Konfessionen (Christen, Drusen, Sunniten und Schiiten). Zum damaligen Zeitpunkt stellen Christen die Mehrheit.
1975
Beginn des Bürgerkriegs zwischen christlichen und muslimischen Milizen, ausgelöst u.a. durch die in großen Zahlen seit dem ersten israelisch-arabischen Krieg 1948/49 eingewanderten palästinensischen Flüchtlinge, die einen Sonderstatus erhielten und vom Libanon aus Israel immer wieder angriffen. Ca. 150.000 Menschen sterben bis 1991 bei Kämpfen und Massakern, rund 900.000 wandern aus.
1976
Einmarsch syrischer Truppen.
1978
Einmarsch israelischer Truppen in den Südlibanon, Vertreibung der PLO-Einheiten aus Beirut.
1980
Abzug der syrischen Einheiten.
1985
Rückzug Israels in eine schmale Sicherheitszone in Grenznähe, Gründung einer proisraelischen, mehrheitlich christlichen Armee im Südlibanon, Konflikte mit prosyrischen Amal- und proiranischen Hisbollah-Milizen.
1987
Erneuter Einmarsch syrischer Truppen in Beirut, schwere Kämpfe zwischen allen Fraktionen, auch innerhalb des christlichen Lagers.
1991
Ende der Kampfhandlungen, Generalamnestie für alle Konfliktparteien, Syrien bleibt Besatzungsmacht. Christen und Drusen boykottieren 1992 die Parlamentswahlen. Die Wahl gewinnen schiitische Parteien, zum Ministerpräsidenten wird al-Hariri gewählt. Kontinuierliche Angriffe der Hisbollah vom Südlibanon aus führen zu ständigen Spannungen mit Israel. Die israelische Armee antwortet mit Luftschlägen gegen Stellungen der Hisbollah, 1996 mit einer begrenzten Bodenoffensive.
2005
Der nunmehr gegenüber Syrien kritisch auftretende Ex-Ministerpräsident al-Hariri wird in Beirut (mutmaßlich auf Betreiben des syrischen Geheimdiensts) ermordet. Darauf folgen antisyrische Großdemonstrationen und der Ausruf der “Zedernrevolution”. Die syrische Armee zieht als Reaktion auf die anhaltenden Proteste aus dem Libanon ab. Die Neuwahlen im Juni gewinnt eine antisyrische Koalition unter einem Sohn al-Hariris. Ein “nationaler Dialog” soll dem Land einen politischen und wirtschaftlichen Neuanfang ermöglichen.
2006
Die prosyrische Hisbollah gibt der Forderung nach ihrer Entwaffnung im Zuge der politischen Neuordnung nicht nach. Der antisyrische Premierminister Siniora und der prosyrische Präsident Lahoud blockieren sich gegenseitig. Ca. 60 Prozent der Libanesen sind mittlerweile Muslime. Am 12. Juli entführt die Hisbollah zwei israelische Soldaten, nachdem eine vorangegangene Entführung eines Soldaten durch die palästinensische Hamas zu Kampfhandlungen im Gaza-Streifen geführt hatte.
Solidarität mit den Palästinensern oder kalkulierte Eskalation, um den Führungsanspruch der “Partei Gottes” im Libanon gegen einen gemeinsamen Feind stärken und den eigenen Machtverlust aufhalten zu können?
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